Die Finanzkrise 2009 und mit Corona 2021 haben gezeigt, wie schnell am Kapitalmarkt angelegtes Geld massiv entwertet werden kann.

Abgesehen von dieser durch die aktuelle Weltlage eher gesteigerten Gefahr verschiebt das geplante Altersvorsorgedepot das Problem von immer weniger Arbeitskräften nur auf ein anderes Terrain. Weniger Arbeitskräfte senken die gesamtgesellschaftliche Arbeitszeit und damit sinkt das gesamtgesellschaftliche Arbeitsprodukt, wenn diese Tendenz nicht durch Produktivitätssteigerungen ausgeglichen wird. Einer durch die Altersvorsorgedepots wachsenden Geldmenge steht also ein relativ schrumpfendes Arbeitsprodukt gegenüber. Diese Tendenz verstärkt die Gefahr von Inflation spätestens dann, wenn die Erträge durch die dann Rentenberechtigten als Nachfrage auf dem Markt auftreten.

Was wäre also die Folge der Umstellung auf den Kapitalmarkt?

Anders als in der umlagefinanzierten Rentenversicherung wird nach Einführung des Altersvorsorgedepots das Niveau der gesetzlichen Rente voraussichtlich nicht mehr an die Lohnentwicklung angepasst, sondern gedeckelt oder gar abgesenkt. Der entstehende Einkommensverlust soll durch das Altersvorsorgedepot ausgeglichen werden. Die Höhe dieses Ausgleichs hängt davon ab, wieviel vom Lohn während der Lebensarbeitszeit eingezahlt werden kann. Im Klartext: Denjenigen, die ein Leben lang sowieso schon wenig verdienen und nichts ansparen können, wird schlichtweg auch noch der Lebensabend zur Hölle gemacht.