Kapitalmarkt basierte Rentenversicherungen gibt es in vielen Ländern. Wie erheblich diese auf die Ökonomie wirken, dazu einige Beispiele:
In einer Reihe von reichen Ländern sind mehr 100 Prozent des jährlichen Bruttosozialprodukts in Rentenfonds angelegt. Noch höher ist der Anteil am BIP in Niederlande, Schweden, Australien. Folge: „Alterssicherungs-Fonds aus den OECD-Ländern trugen zum Anschwellen des Finanzvermögens bei – und verloren in der Finanzkrise 2008 dann im Schnitt zwischen 20 und 25 Prozent ihrer Vermögen … Die Verluste waren laut Forschern dort am höchsten, wo Fondsmanager über viel Geld verfügen konnten, am wenigsten beaufsichtigt wurden und folglich am riskantesten investierten. In Deutschland und der Schweiz beliefen sich die Wertkorrekturen auf 8 bis 13 Prozent. Der Wert niederländischer Pensionskassen hingegen reduzierte sich 2008 um 16,9 Prozent, nachdem er bereits 2002 um 11,9 Prozent gesunken war. Noch schlechter schnitten Fonds aus den USA und Großbritannien ab, deren Verwalter sich oft als aktive Investoren verstehen und Einfluss auf die Unternehmenspolitik der von ihnen kontrollierten Firmen nehmen wollen. Hier büßten die Pensionsfonds im Schnitt 17 bis 26 Prozent der Einlagen ein.“
(https://www.boeckler.de/de/boeckler-impuls-pensionsfonds-starke-verluste-in-der-krise-gefaehrden-altersvorsorge-8747.htm)
Diese privaten Rentenversicherungen bedeuten somit unkalkulierbare Nachfrage, denn immerhin beträgt ihr Kapital in einigen Ländern mehr als das, was die gesamte Arbeitskraft in einem Jahr herstellen kann. Inflation ist eine mehr oder weniger zwangsläufige Folge, die Möglichkeit zu Finanzkrisen eine andere, weil so viel Kapital nach profitabler Anlage sucht.
Der Vorschlag von Hochrisiko Anlagen für die Rentenversicherung zuzulassen, wie durch die CDU/SPD Koalition vorgesehen, verschärft diese Gefahr noch einmal. Die privaten Rentenversicherungen verschärfen dann den Druck auf die Arbeitsbedingungen der jüngeren, noch Erwerbstätigen. Kapital basierte Rentenversicherungen wollen an der Börse oder durch Kredite möglichst viel verdienen und das geht nur, wenn die Löhne entsprechend niedrig sind oder weniger rentable Firmen schnell verkauft werden, um die Rentabilität zu steigern – ohne Rücksicht darauf, was das für die Menschen bedeutet.
ALSO
Rosa Luxemburg Stiftung