Rund 6.0 Millionen Menschen ab 65 Jahren wohnten 2022 alleine. Mit zunehmendem Alter steigt dieser Anteil: in der Altersgruppe 85 plus lebt gut jede zweite Person (56 %) allein. Auch die Zahl von PartnerInnen sinkt: von fast zwei Drittel (62 %) Altersgruppe 65plus auf gut ein Drittel (36 %) in der Altersgruppe 85plus.

In einer neuen Studie wurde die Auswirkung von sozialer Isolation (alleine lebend ohne PartnerIn und soziale Einbindung in feste Freizeitaktivität) von Menschen ab 50 Jahren untersucht (für einen Zeitraum von 14 Jahren). Darauf aufbauend wurde der Effekt sozial isolierten Lebens auf die geistige Leistungsfähigkeit geschätzt. Die Abbildungen unten zeigen, was geistig passieren würde, wenn die Personen nicht sozial isoliert gelebt hätten. Dabei gibt die gestrichelte rote Linie die Realität wieder, die mittlere geschwungene Linie den berechneten positiven Effekt (Abweichung nach oben). Die Vermeidung von sozialer Isolation würde also geistiges Altwerden deutlich verzögern, das zeigt die Abbildung und zwar insbesondere bis zum 80.Lebensjahr.

Quelle: Hale JM et al. Disentangling social isolation, loneliness, and later-life cognitive function for older adults in the United States: Evidence from causal inference modeling. The Journals of Gerontology, Series B: Psychological Sciences and Social Sciences. 2025;gbaf254.

Soziale Isolation ist aber auch eine direkte Folge der vorherrschenden kapitalistischen Lebensbedingungen: Vor der Rente keine Zeit für soziale Kontakte, keine Zeit für Kinder (ab damit in die Krippe und rein in die Vollzeitstelle, Hauptsache die Wirtschaft wächst), dafür viel Zeit für die „Optimierung“ des eigenen Profils im Internet. Und mit der Rente keine Kontakte mehr, da die ArbeitskollegInnen wegfallen. Was zeigt die Studie sonst noch (nicht oben abgebildet)?
Dass der Haupteffekt sozialer Isolation auf die Zunahme geistiger Schwierigkeiten bei denen zu finden ist, bei denen das RenterInnen-Einkommen niedrig ist!

Alte, bildet Kommunen!

 

Geschrieben von Helmuth