Flyer 4 zu Covid 19:

Bill Gates und westliche Elite Verursacher und Gewinner der COVID19-Pandemie? Wie (ver-)quer geht’s noch?

Einige der Querdenker behaupten, hinter der COVID-19-Pandemie stecke Bill Gates oder sie sei eine gezielte Absicht „westlicher Eliten“. Solche Behauptungen sind schwer zu verstehen und noch schwerer zu widerlegen, weil entsprechende Handlungen im Geheimen durchgeführt würden. Soviel ist aber sicher: Bill Gates hat durch die Pandemie eher Geld verloren, wie der untenstehende Aktienchart zeigt....

Wie sieht es mit der Behauptung aus, eine westliche Elite sei die Verursacherin gewesen? Das ... Diagramm zeigt die Infektionszahlen an COVID 19 zu Beginn der Pandemie, im Sommer und einigermaßen aktuell. Deutlich wird, dass die westliche Elite sich durch die Auslösung der Pandemie insgesamt selbst geschadet hätte. Hauptgewinner der Pandemie sind die asiatischen Staaten Südkorea und Japan, wo die Infektionszahlen und damit auch das Wirtschaftswachstum wenig durch die Pandemie beeinträchtigt wurde. Zudem ist es schwierig, ein Vorteilsschema zu erkennen... Dort, wo die Eliten am reichsten sind ..., wütet das Virus am stärksten. Die These, dass irgendeine westliche Elite beabsichtigte, sich durch die Pandemie politisch oder ökonomisch zu stärken, ist also ziemlich erklärungsbedürftig...

Den vollständigen Flyer mit den Grafiken siehe hier

Vgl. dazu Aufruf Bremer Bündnis Nachdenken statt Querdenken und Corona-Flyer_Attac_Bremen

 

Flyer 3 zu COVID 19:

Sind Lockdown und Mundmaske ineffektiv oder steht eine solche Aussage nur quer zur Wirklichkeit?

Die Querdenker bezweifeln den Sinn eines Lockdowns und verweigern das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes.

1. War der Lockdown erfolgreich oder nicht? Die Querdenker bezweifeln, dass der Lockdown in Deutschland erfolgreich war. Doch die Zahlen sprechen gegen sie. Die untenstehende Abbildung zeigt die täglichen Infektionszahlen in Deutschland vor und nach den Lockdown-Maßnahmen.¹ Dabei wird deutlich, dass 5 Tage nach dem Inkrafttreten des Lockdowns die täglichen Infektionszahlen anfangen dauerhaft zu sinken...

2. Wirkte sich der Lockdown nur auf die Zahl der Infizierten aus, aber nicht auf die Zahl der Toten? Die untenstehende Grafik zeigt die Auswirkung eines Lockdowns auf die Anzahl der COVID-19-Todesopfer...

Den vollständigen Flyer mit den Grafiken siehe hier

 

Flyer 2 zu COVID 19:

Ist „positiv getestet“ = nicht krank“ oder ist das nur ziemlich (ver-)quer statt geradeaus gedacht?

Zitat aus dem Flyer der "Querdenker": „Der Anstieg der positiven Fälle entsteht nur, weil zu viel getestet wird… Auch ein Schwangerschaftstest hat eine vergleichbare Fehlerquote. Würde man eine Million Männer mit einem solchen Test testen, bekäme man 10.000 schwangere Männer als Ergebnis!“

Stimmt es, dass bei 1 Mio. Männer 10.000 als schwanger getestet werden würden?

Gegenargument 1: Nein, es stimmt nur, dass bei 1 Mio. positiv auf Schwangerschaft getesteten Frauen 10.000 dabei wären, die nicht schwanger sind. Für Männer sagt diese Fehlerhaftigkeit des Tests gar nichts aus.

Sind wegen der 1 % falsch positiven Tests deswegen auch alle anderen, die positiv getestet wurden, nicht schwanger?

Gegenargument 2: Natürlich nicht, aber diese schwer verständliche Schlussfolgerung wird von den "Querdenkern" gezogen.

Folgt aus der Tatsache, dass durch 1 % falsch positiver Tests plus Steigerung der Testungen in der Bevölkerung die Zahl der Corona-Erkrankten überschätzt wird (die Steigerung also den Zuwachs an Erkrankten erklärt)?

Gegenargument 3: Natürlich nicht: Je breiter getestet wird, um so seltener wird ein Test positiv ausfallen, weil vorher fast ausschließlich Personen getestet wurden, die klinische Symptome hatten. D. h. die massive Ausweitung der Tests hat die Positivquote künstlich gedrückt, das Gegenteil von dem, was das Flugblatt der Corona-Gegner behauptet....

Die vollständige Entgegnung auf die Behauptung der Querdenker siehe hier

 

Flyer 1 zu COVID 19:

 "Quer oder doch lieber geradeaus denken?" Anmerkungen zu einem Faltblatt der „Corona Querdenker“

Ist die wachsende Zahl neuer Fälle einem vermehrten Testen geschuldet?

1. Das Faltblatt der Querdenker zeigt eine Kurve, die beweisen soll, dass die erhöhte Fallzahl einfach ein Ergebnis des vermehrten Testens ist. Diese Argumentation ist falsch, weil sie sich nur auf die Ergebnisse bis zur 37. Kalenderwoche bezieht und die folgenden Wochen nicht mehr abbildet. Tatsächlich veränderte sich bis zur 37. Woche das Verhältnis der getesteten Patienten auf die Zahl der als erkrankt identifizierten Personen nicht, wie die Figur zeigt. Seit der 38. Kalenderwoche, d. h. seit Ende September, steigt die Zahl aber exponentiell an. Der Flyer der Querdenker zeigt genau diesen Bereich aber nicht. Faktisch ist das Argument, die Fallzahl steigt, weil die Testzahl steigt, insgesamt fragwürdig.

Zu Anfang der Erkrankung (März, April) wurden hauptsächlich Menschen getestet, die Krankheitszeichen aufwiesen. Dann ist die Zahl der Positivtestungen hoch...

Weiterlesen siehe hier

 

  Krankheitszahlen und -analysen:

(eigene Grafiken, Daten von Johns Hopkins University oder Eurostat)

 

1) Zahlen zur Sterblichkeit

2) COVID-19 Langzeitfolgen

3) Shutdown in Deutschland: Veränderung der Infektionszahlen

4) Soziale Lage und Infektionshäufigkeit, Soziale Lage und Todesrate

5) Gesundheitswesen: Geschätzte Ausgaben der Krankenhausbehandlung

6) COVID-19 und die möglichen sozio-ökonomischen Folgen

7) Ein Einwurf: Auf- oder Abbauhilfen nach Corona?

8) Weitere Informationen

 

1) Letalität

Aus einer Mitteilung der Obersten Sozialbehörde Schweden vom 17.11.20:

Im ersten Halbjahr 2020 waren 10 % der Sterbe­fälle in Schweden COVID-19 bedingt. Damit war die COVID 19 die dritthäufigste Todesursache. Rund 51.500 Menschen starben in diesem Zeitraum, 14.000 davon an Herz- und Kreislauferkrankungen, 11.600 an Tumoren und 5.500 an COVID-19.

COVID 19 habe die Sterblichkeit im Vergleich zum Vorjahres­zeitraum bei Frauen um zehn Prozent und bei Männern um 14 Prozent lassen.

 

Die Folgen einer Politik "Kapitalakkumulation geht vor", d.h. keine oder wenig Bewegungseinschränkungen für die Bevölkerung:

Diese Zahlen sind bezogen auf die Einwohnerzahl der einzelnen Länder, d.h die Größe des Landes spielt keine Rolle. Man beachte weiter die zweimalige Umstellung der Zahlweise von COVID-19 Toten in UK, sowie die nicht mehr tägliche Auswertung ab Ende Juli. Andererseits sind die Zeitpunkte ab Juli nicht mehr sehr regelmäßig - insofern ist weniger der Verlauf für ein Land, sondern eher der Ländervergleich bei der Interpretation der Daten bedeutsam.

Deutlich wird der bis jetzt ungebremste Anstieg der Toten in den USA, obwohl sich die Krankheit dort erst relativ spät ausbreitete und damit die Vorbereitung auf sie hätte besser verlaufen können. In Schweden wurde die aktuell niedrig steigende Todeszahl mit hohen Zahlen am Anfang bezahlt. Insgesamt verbuchen die drei Länder, in denen am wenigsten präventive Einschnitte vorgenommen wurden (USA, UK und Schweden), bis dato die höchsten Zahl an Toten. Dabei ist die Einwohnerzahl in Schweden und den USA nur 23 bzw. 35 pro Quadratkilometer, in Frankreich 103, in Deutschland 233, in UK 273 und in den Niederlanden 413.

Deutlich wird zudem, dass allgemein seit Ende September die Todeszahl bezogen auf 1 Mio. Bevölkerung wieder stärker zunimmt, das Zeichen einer zweiten Welle.

Zudem meldet das Redaktionsnetzwerk
"Von Anfang März bis einschließlich 4. April gab es in den USA rund 15.400 Todesfälle mehr als im gleichen Zeitraum der Vorjahre, wie die “Washington Post” am Montag berichtete. In der Zeit waren jedoch offiziell nur 8128 Coronavirus-Todesfälle gemeldet worden. Die von einem Team der Universität Yale für die Zeitung durchgeführte Analyse lässt jedoch keinen gesicherten Schluss zu, wie viele der rund 7000 zusätzlichen Todesfälle mit einer Corona-Infektion zusammenhingen. Die Daten legten aber nahe, dass die Zahl der Todesopfer "bedeutend höher als bisher berichtet" ist, zitierte die "Washington Post" den Yale-Epidemiologen Daniel Weinberger."

Eine Analyse der Todeszahlen für New York bis zum 1.5.20 ergibt 13,156 durch Labortests bestätigte Todesfälle und 5,126 wahrscheinliche Todesfälle durch COVID-19, wo Laboruntersuchungen fehlen. Die Übersterblichkeit im Vergleich zu früheren Todesfällen in der Untersuchungszeit lag allerdings bei zusätzlichen 5,148 Fällen (https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/69/wr/mm6919e5.htm?s_cid=mm6919e5_X). 

D.h. die wirkliche Todeszahl wird vermutlich in den meisten Ländern höher liegen.

Nebenbei: Die Todeszahlen in Japan und Südkorea liegen noch mal weit unter von Deutschland.  COVID-19 ist damit auch eine soziale Krankheit, nicht nur in dem Sinne, dass Einkommenshöhe mit über Infektionsrisiko und Sterbewahrscheinlichkeit mit entscheidet (siehe die Zahlen weiter unten), sondern auch in dem Sinne, dass die Bereitschaft der Bevölkerung sich bestimmten kulturellen Praktiken zu unterziehen mit entscheidet, wieviele Menschen an ihr sterben.

 

Where to live as elderly people faced with this pandemia?
Wo sollte man als älterer Mensch leben, konfrontiert mit der COVID-19 Pandemie gibt?

Bezugsdatum 09.11.20

Man beachte, dass für diese Berechnung alle COVID-19 Toten durch die Zahl der über 65 Jährigen der jeweiligen Länder geteilt wurde. Auch wenn viele COVID-19 Tote über 65 Jahre alt sind, versterben natürlich nicht nur Patienten ab diesem Lebensalter. Insofern ist die Y-Achse als Einheit nur ein relativer Wert zu sehen. Immerhin gilt, dass eine Verdoppelung der Länge eines Balkens von einem Land zu einem anderen auch einer Verdoppelung des Sterberisikos entspricht.

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"Übersterblichkeit" durch COVID-19 in 2020 standardisiert auf die Alterszusammensetzung (England und Spanien)

deutlich wird das sprunghafte Ansteigen der Todeszahlen im Frühjahr 2020 (grün Spanien, blau England), solange nichts gegen die Ausbreitung der Erkrankung unternommen wird. Man beachte, dass die Statistik nur bis Ende Juni geht, d.h. bis zu einem Zeitpunkt, wo die Pandemie unter Kontrolle war, d.h. die Zahl der Infizierten sank (was jetzt im Oktober leider nicht mehr der Fall ist).

Quelle (wo man auch andere Ländervergleiche durchführen kann): https://www.ons.gov.uk/peoplepopulationandcommunity/birthsdeathsandmarriages/deaths/articles/comparisonsofallcausemortalitybetweeneuropeancountriesandregions/januarytojune2020#age-standardised-mortality-rates

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Berechnung der Todesfälle an COVID-19 in bis zum 28.09.2020 im Vergleich zu anderen Erkrankungen

 

Quelle: https://public.flourish.studio/visualisation/2562261/

Todesursache "Verkehrsunfälle" hat COVID-19 bereits überholt, andere Todesursachen wie z.B: Herz-Kreislauf Erkrankungen aber definitiv noch nicht erreicht. Allerdings hat COVID-19 eine weltweite Ausbreitung auch erst Mitte bis Ende März erreicht und das Infektionsgeschehen wächst wieder.

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Neue Studie zur Effektivität der Mund-, Nasemasken:

"Die Versuche zeigen deutlich den positiven Effekt von Alltagsmasken und das obwohl kleine Aerosole den Stoff durchdringen können.", sagt Versuchsleiter Prof. Andreas Schröder vom DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik.

Die klaren Ergebnisse diese Studie, die streng wissenschaftlich gefunden wurden, findet man hier:

https://www.dlr.de/content/de/artikel/news/2020/04/20201026_aeromask.html

 

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COVID-19 Tote: ein Ergebnis fehlender Intensivbetten in bestimmten Ländern Europas?

Wohl eher nur zu einem geringen Maße und wenn überhaupt, dann am ehesten für ältere Patienten, wie die unten stehende Grafik zeigt:

 

 

 

 

COVID-19 Tote: ein Ergebnis zu niedriger Ausgaben für das Gesundheitswesen in bestimmten Ländern Europas?

Die beiden gestrichelten Linien zeigen an, dass wenn man Europa in zwei Subregionen teilt (entsprechend dem dort vorhandenem Reichtum), dass es dann einen
Zusammenhang zwischen Gesundheitsausgaben und Sterberisiko gibt und zwar selbst dann, wenn man die Bevölkerung in Richtung ihres Altersstruktur standardisiert
(mit anderen Worten berücksichtigt, wie viele ältere Menschen mit erhöhtem Sterberisiko es in jedem Land gibt). Gleichzeitig wird deutlich, wie die Corona-Krise das Auseinanderdriften in Europa beschleunigt, da sich neue geographische Konstellationen herauszubilden scheinen.

Allerdings: Diese Grafik ist stark abhängig von der Dynamik bei den Neuinfektionen. Steigen diese, dann sinkt vorerst das Sterberisiko, bis diese mit einer Verzögerung von ca. 2 bis 3 Wochen (mittlere Überlebensdauer bei schweren Verläufen) dann wieder anfängt zu steigen.

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Das obige Diagramm zeigt den Zusammenhang zwischen dem Ausmaß an gesellschaftlicher Ungleichheit (gemäß der Angaben von Wikipedia für 2018) und der Sterbewahrscheinlichkeit an COVID 19, wenn man einmal infiziert ist. Gesellschaften mit hoher gesellschaftlicher Ungleichheit (X-Achse, rechte Seite) zeigen eine deutlich höhere Sterblichkeit als solche mit niedrigerer gesellschaftlicher Ungleichheit (X-Achse, linke Seite), wobei Ungleichhheit nicht als Vermögen, sondern als Einkommen definiert ist.

 

Was könnten weitere Ursachen für Unterschiede in der Sterberate sein?

Ein Grund ist die hohe Zahl älterer erkrankter Personen in Südwesteuropa. Hierfür könnten die Lebensverhältnisse eine Rolle spielen.

Nach der ökonomischen Krise 2009/2010 mussten in Südwesteuropa Kinder wieder länger zu Hause wohnen, da es keine Arbeit gab.

Dagegen sind Jüngere aus Südosteuropa eher migriert. Diese Tatsache zeigt die folgende Figur:

 

Durchschnittliches Alter, in dem junge Menschen den Haushalt der Eltern verlassen:

 

Die niedrige Sterbequote in Südosteuropa, wo das Alter, mit dem das Elternhaus verlassen wird, noch höher ist, könnte dann

dadurch zu erklären sein, dass dort insgesamt noch wenige Personen erkrankt sind.

 

Die Krise von 2010 hat aber auch die Gesundheitsausgaben in Nordwest, Südost- und Südwesteuropa massiv beeinflusst. Da die Länder

Südwesteuropas gezwungen waren, so stark zu sparen, wurden die Ausgaben für das Gesundheitswesen gekürzt (wobei in dem Diagramm

unten die Inflationsrate noch nicht herausgerechnet wurde, also insgesamt die Mittel noch niedriger anzusetzen sind):

 

D. h. die hohe Zahl von Corona-Todesfälle könnte auch ein Ergebnis dessen sein, dass seit der ökonomischen Krise 2009 ein Jahrzehnt

im Gesundheitswesen im Südwesten Europas gespart wurde. Hier noch mal ein anderer Vergleich in dieser Hinsicht:

 

 

 

 

Michael Green, Jaromir Harmacek, & Petra Krylova (SOCIAL PROGRESS INSIGHTS FOR COVID-19 CHALLENGES, Quelle siehe unten)
haben den Zusammenhang zwischen Zugang zu einem funktionierenden Gesundheitssystem und Tote nach Infektionserkrankung berechnet
(allgemein, nicht speziell für COVID-19). Die Infobox unten zeigt auf der Y-Achse die Zahl der Toten und auf der X-Achse den Zugang zum
Gesundheitssystem für die Bevölkerung verschiedener Länder (Punkte in dem Diagramm)

 

https://socialprogressdotblog.files.wordpress.com/2020/04/social-progress-insights-for-covid-19-challenges-3.pdf

Dies ist ein sehr lesenswerter vergleichender Report über den Zusammenhang von Infektionserkrankungen und sozialer Lage der
verschiedenen Länder dieser Welt.

 

 

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Eine gute Nachricht - die Sterblichkeit an COVID-19 scheint abzunehmen:

 

Zur Interpretation: der grüne Strich = die aktuelle Sterblichkeit an COVID-19 liegt in den im Diagramm aufgelisteten Ländern Europas zum Teil deutlich unter dem blauen Strich = der Sterblichkeit am 12.06. Die übrigen Striche folgen dem Datum: je länger zurück, um so höher war die Sterblichkeit. D.h. die Sterblichkeit an COVID-19 sinkt seit drei Monaten deutlich.

Hier noch einmal einfacher zu sehen, die Zahlen für Deutschland jeweils zum Monatsanfang und zur Monatsmitte:

 

 

Offensichtlich hat sich seit Juni die Qualität der medizinischen Versorgung geändert (effektivere Behandlung schwerer Fälle) bzw. es infizieren sich kontinuierlich weniger Personen, die an COVID-19 versterben (d.h. die präventiven Maßnahmen greifen besser).

 

 

2) Vorbemerkung zur geschätzten Häufigkeit von neurologischen Einschränkungen bei überlebenden COVID-19 Patienten, die jenseits von dem reinen Überleben der Erkrankung auftreten:

„Schwere Pneumonien [z.B. nach COVID-19] mit intensivmedizinischer Behandlung führen zur sog. ICUAW („ICU-acquired weakness“ [ICU: Intensivstation]), einem Krankheitsbild, bei dem die CIP („critical illness polyneuropathy“) und CIM („critical illness myopathy“) ineinandergreifen… Eine CIP und CIM sind bei schwer erkrankten COVID-19-Patient*innen wahrscheinlich und wurden bereits bei anderen Coronavirusinfektionen beschrieben. In einer systematischen Übersicht von 31 Studien wurde über eine mediane Prävalenz [Häufigkeit] von 43 % berichte. Die Inzidenz [akutes Auftretent] nimmt mit der Schwere und Dauer der kritischen Erkrankung zu und erhöht sich durch weitere Faktoren wie Sepsis, Multiorganversagen, Hyperglykämie, parenterale Ernährung und bestimmte Medikamente (Sedativa, Antibiotika, Kortikosteroide, Muskelrelaxanzien. Bei intensivpflichtigen COVID-19-Patient*innen treten sehr häufig frühmotorische Defizite auf, die auf eine CIP und CIM zurückzuführen sind. Das klinische Bild ist geprägt durch die Schwäche und Atrophie der gesamten Muskulatur, inklusive der Atmungsmuskulatur, und Empfindungsstörungen. Eine reduzierte Muskelmasse führt zu einem schlechteren Outcome bei „critical illness“.“

Zitat aus DGNeurologie. 2020 May 18 : 1–10. doi: 10.1007/s42451-020-00198-2

 

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3) War der "shut down" in Deutschland (und in anderen Ländern) effektiv, um die Zahl der Toten zu reduzieren?

Es gibt Stimmen, die behaupten, der shut down in Deutschland sei unsinnig und uneffektiv gewesen. Die Zahlen sagen das Gegenteil, wie die
untenstehende Abbildung zeigt. Am 23.3. wurden Kindergärten, Schulen und viele anderen Einrichtungen geschlossen, weil vor ein Wochenende lag,
praktisch schon am 22.03. Die mittlere Inkubationszeit bei COVID-19 liegt bei 3-5 Tagen. Man sieht deutlich, dass ab dem 22.03. die Infektionszahlen
noch  4-5 Tage ansteigen, um dann zu fallen.

 

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4) Soziale Lage und Infektionshäufigkeit, Soziale Lage und Todesrate

 

Globalisierung, Bevölkerungsdichte und COVID 19

 

 

Das Diagramm zeigt die Geschwindigkeit der Infektion (je weiter oben in dem Diagramm, um so schneller haben sich Menschen in dem jeweiligen Land infiziert) und die Bevölkerungsdichte in verschiedenen Ländern Europas. COVID 19 ist eine Erkrankung die einen deutlichen Zusammenhang zur Zusammenballung der Produktivkräfte in wenigen Zentren zeigt (je weiter nach rechts, um so höher die Bevölkerungsichte und die Infektionszahl. Einige Länder, die oberhalb der gestrichelten Linie liegen, haben geringe oder chaotische Präventionsmaßnahmen ergriffen, andere, die unterhalb der gestrichelten Linie liegen, deutliche. 

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Etwas zu den realen und zu vermutenden sozialen Folgen in den USA

Aktuell ist zwar der Test auf den Virus in den USA umsonst, nicht aber die Behandlung.

"Congress has taken some steps to cut down on health care costs relating to COVID-19. A new federal law makes novel coronavirus testing free for patients without insurance, but it does not cover treatment related to the virus."

 

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Auswirkungen auf die Gruppe der Afroamerikaner in den USA (Quellen: The Guradian, Statistica, Vox News):

"Earlier this week, officials in Chicago, Illinois were among the first to release a racial breakdown of the city's 6,100 cases. More than half were African American, despite only the group only accounting for 30 percent of the city's 2.7 million residents. Seven in 10 patients who died from COVID-19 in the city were African American, officials said."

"In Louisiana, where 32 percent of the population is African American, that group accounted for 70 percent of COVID-19-related deaths. In Michigan, 40 percent of those who died were African American even though the group accounts for 13 percent of the population statewide. In both states, the largest and predominantly black cities - Detroit and New Orleans - were hardest hit.

In New York, the epicentre of the pandemic in the US, the coronavirus is killing African Americans and Hispanics at twice the rate of white people, according to preliminary state data."

Afroamerikanische Bevölkerung: Anteil an Bevölkerung und an Corona Toten in den USA

  Anteil an der Bevölkerung Anteil an den COVID-19 Toten
Louisiana 32% 70%
Illinois 15% 42%
Michigan 14% 41%
North Carolina 22% 22%
Chicago 30% 69%
Milwaukee County 26%

81%

 

 

und hier noch mal neuere Zahlen von: https://www.apmresearchlab.org/covid/deaths-by-race

  • 1 in 1,450 Black Americans has died (or 69.7 deaths per 100,000)

  • 1 in 1,950 Indigenous Americans has died (or 51.3 deaths per 100,000)

  • 1 in 2,450 Pacific Islander Americans has died (or 40.5 deaths per 100,000)

  • 1 in 3,000 Latino Americans has died (or 33.8 deaths per 100,000)

  • 1 in 3,350 White Americans has died (or 30.2 deaths per 100,000)

  • 1 in 3,400 Asian Americans has died (or 29.3 deaths per 100,000)

 

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Bedeutung von Vorerkrankungen auf die Sterbewahrscheinlichkeit

Vorerkrankungen

Rate der Verstorbenen: labortechnisch bestätigte Corona Fälle

Rate der Verstorbenen: klinisch bestätigte Corona Fälle

Kardiovaskulare Krankheiten

13.2%

10.5%

Diabetes

9.2%

7.3%

Chronische Atemwegserkrankung

8.0%

6.3%

Bluthochdruck

8.4%

6.0%

Krebs

7.6%

5.6%

Keine bekannten Vorerkrankungen

 

0.9%

 

Bluthochdruck ist also ein Risikofaktor für prognostisch ungünstigen Verlauf der Corona-Infektion.
Wer also gehört zur Hochrisikogruppe mit schwerem Verlauf?