Medizin einfach gemacht, Teil 1:
In einer neuen Klasse Ia Untersuchung vom März 2026 analysierten Salum Mshamu und KollegInnen, die Auswirkungen von entsprechend konstruierten und auch aufgestellten Häusern auf die Krankheitshäufigkeit von afrikanischen Kindern. Die Häuser kosteten gerade knapp unter 9000,- Dollar pro Exemplar und 110 wurden davon aufgestellt. Ihr Effekt wurde per Zufallsverteilung mit dem des Lebens in normalen Häusern verglichen.
Die wichtigsten Merkmale der neuen Häuser waren folgende: (1) Beschattung des Hauses über den Tag durch Ausrichtung des Gebäudes, um das Haus nachts kühler zu halten; (2) Dach mit teilweise geschlossenen Dachvorsprüngen, um das Eindringen von Malariaüberträgern zu verringern; (3) mit Fliegengittern versehene Öffnungen, um das Eindringen von Insekten zu reduzieren; (4) ein erhöhtes Erdgeschoss aus Beton, das das Risiko von durch den Boden übertragenen Infektionen verringert; (5) ein abgeschirmter Kochbereich mit Rauchabsaugung, um die Luftverschmutzung zu verringern; (6) ein abschließbarer Lagerraum im Erdgeschoss, um den Befall durch Nagetiere zu verringern; (7) Schlafbereiche mit Moskitonetzen; (8) ein Wassersammelsystem, das das Auffangen von Regenwasser vom Dach, dessen Filterung und die abgedeckte Lagerung ermöglicht; (9) eine fliegensichere Latrine im Freien; und (10) Solarstrom zur Bereitstellung von elektrischem Licht in der Nacht.
Nach drei Jahren wiesen Kinder, die in den entsprechend entworfenen Häusern lebten, 44 % weniger Malaria-Erkrankungen auf als Kindern in traditionellen Häusern (P < 0.0001). Kinder der neuen Häuser hatten 30 % weniger Durchfall (P = 0.0070) und 18 % weniger akute Atemwegsinfektionen (P = 0.0010). Kinder unter 5 Jahren, die in neuen Häusern lebten, waren für ihr Alter zudem größer als diejenigen, die in traditionellen Häusern lebten (siehe die unten stehende Abbildung).

Bei Kosten von ca. (10.000,- Dollar pro Haus, d.h. 1000,- für das Grundstück) könnten von dem 2025 beschlossenen Sondervermögen für Rüstung rund 10 Mio. solcher Häuser in Afrika gebaut werden. Stattdessen verfehlte Deutschland 2025 aber erneut das international vereinbarten UN-Ziel für Entwicklungshilfe.
Quelle: A sustainable house design to improve child health in rural Africa: a cluster-randomized controlled trial. Nature Medine, 1.4.2026, https://doi.org/10.1038/s41591-026-04367-w
Medizin einfach gemacht, Teil 2:
Freeman et al. untersuchten 2020 u.a. den Effekt von Reichtum auf die Lebenserwartung der Menschen, und gute Wohnungen sind ein Aspekt von Reichtum. Reichtum was definiert als Bruttosozialprodukt einer
Gesellschaft pro Einwohner, die spezifische Verteilung des Reichtums innerhalb der Gesellschaften wurde nicht berücksichtigt. Deutlich wurde, dass bis zu einer bestimmten Menge höhere Produktivität (= mehr Reichtum, X-Achse) einen deutlichen Gewinn an Lebenserwartung (Y-Achse) nach sich zieht (Figur 1).
Ab aber ungefähr 30.000,- Dollar im Jahr pro Person verschwindet dieser Zusammenhang, Reichtum wird dann für die Lebenserwartung unbedeutend (Figur 2 und Figur 3). Da sich der Zusammenhang schon vorher abschwächt, wird eine Gesellschaft, in der der Reichtum gleicher verteilt ist, schon vorher eine ähnliche Lebenserwartung zeigen wie viel reichere Gesellschaften.

Das Streben nach steigender Lebenserwartung legitimiert damit nicht eine wachsende Plünderung dieses Planeten.
Allerdings: ohne eine bestimmte Grundmenge von Reichtum geht es auch nicht – diese wird aber je nach ihrer gesellschaftlichen Verteilung niedriger liegen als in Figur 1 angedeutet.
Quelle: Freeman et al. International Journal for Equity in Health (2020) 19:202, https://doi.org/10.1186/s12939-020-01315-z
Geschrieben von Helmuth
ALSO
Rosa Luxemburg Stiftung