Ziel: Grönlands Bodenschätze im Zeichen des Klimawandels
Grönland verfügt über einige der reichhaltigsten Vorkommen an natürlichen Ressourcen weltweit. Dazu gehören wichtige Rohstoffe wie Lithium, Graphit und seltene Erden (REE), die insbesondere für Grüne Technologien, wie etwa den Batteriebau, wichtig sind, sowie weitere Mineralien und Metalle, wie etwa Kupfer, Uran und riesige Mengen an Öl und Gas (siehe Abbildung).

Bislang nachgewiesene Rohstoffe in Grönland
(Quelle: https://gewi-im-unterricht.de/wp-content/uploads/2026/01/KV_Groenland.pdf freier Download aus Unterrichtsmaterialien des Klett-Verlages Stuttgart vom 16. Januar 2026)
Unter dem Eis verfügt Grönland mutmaßlich über ausreichende Reserven an den Seltenen Erden Dysprosium und Neodym, um mehr als ein Viertel des prognostizierten zukünftigen weltweiten Bedarfs zu decken. Dysprosium und Neodym gelten als die wirtschaftlich wichtigsten aber auch am schwierigsten zu beschaffenden Seltenen Erden. Sie sind für Windkraft, Elektromotoren und Magnete in Hochtemperaturumgebungen wie Kernreaktoren unverzichtbar.
Aufgrund des Ausmaßes dieser Vorkommen auf Grönland werden international umfangreiche Forschungen über die wirtschaftliche und ökologische Rentabilität des Abbaus geführt. Besonders interessiert an der Verwertung sind Dänemark und USA. Aufgrund der klimatischen Bedingungen, extreme Kälte, wandernde Gletscher und schwierige Transportwege, sind zurzeit die meisten Vorkommen nicht erschlossen. Für den industriellen Abbau kommt daher nur die eisfreie Fläche Grönlands in Frage, die weniger als ein Fünftel der Gesamtfläche der Insel ausmacht. Unter dem Eis werden jedoch noch weitere riesige Vorkommen an natürlichen Ressourcen vermutet.
Die Erderwärmung und damit verbunden das Abschmelzen des Eisschildes (4x schneller als im Rest der Welt) machen diese Vorkommen potentiell interessant. Jedoch gibt es große Hürden:
· fehlende Infrastruktur (Straßen, Flughäfen, Schienen),
· zu geringe Energieversorgung, wobei der Bedarf für die Bewegung großer Gesteinsmassen enorm ist,
· komplexe Erkundungen nur während weniger Wochen im Sommer.
Eine seit 8 Jahren existierende Mine war bislang nicht profitabel. Auch langfristig wird der Abbau nur unter hohen Subventionen und ohne Umweltauflagen möglich sein. Dagegen wehren sich die Grönländer vehement. Erschwert wird die Verwertung dadurch, dass viele der Mineralien in Gestein sind, das zusätzlich noch radioaktive Elemente enthält. Sie haben daher verschiedene Umweltgesetze beschlossen, die den Abbau von Mineralien und anderen Rohstoffen verhindern sollen:
· Verbot des Uranabbaus,
· Verbot des Abbaus von Metallen, deren Urananteil über 100 ppm liegen, was praktisch unrealistisch ist,
· Verbot der Förderung von Öl und Gas.
Das bedeutet: wer Grönlands Böden ausbeuten will, kann keine Rücksicht auf die Grönländische Bevölkerung oder den Klimawandel nehmen. Wie können sich die 57 000 Einwohner Grönlands dagegen wehren?
Sollten die zunehmend verfügbaren Ressourcen Grönlands in großem Maßstab abgebaut werden um die Energiewende voranzutreiben würde dies die Auswirkungen des Klimawandels auf Grönland und darüber hinaus verstärken. Die Zerstörung eines Großteils seiner unberührten Landschaft und ein Anstieg des Meeresspiegels durch das verstärkt abschmelzende Eis wären die Folge.
Geschrieben von Iris and Irene
Quellen: Kathrin Hartmann: Feuer unter Eis. In: Der Freitag, 22.1.2026.
Jonathan Paul: Greenland is rich in natural resources – a geologist explains why. In: https://theconversation.com/greenland-is-rich-in-natural-resources-a-geologist-explains-why-273022, vom 8.1.2026.
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