Eine aktuell erschienene Studie begann zehn Monate nach der Deepwater Horizon-Ölkatastrophe von 2010 Katastrophe, bei der 5 Millionen Barrel Öl freigesetzt wurden. Die Forschergruppe sammelte Daten, um die Häufigkeit von Schwärmen von Fischen und Krebstieren zu schätzen. Zudem wurde ein Schleppnetz genutzt, welches Meereslebewesen in verschiedenen Tiefen an 46 Standorten rund um den Golf aufnahm.
Das Ergebnis zeigt nach 13 Jahren weiter einen starken, anhaltenden Rückgang von Fischen, Krebstieren und Kopffüßern in den tiefen Gewässern. Eigentlich hoffte die Gruppe nach vier Jahren, Anzeichen einer Erholung zu sehen. Stattdessen wurden weitere drastische Rückgänge drei Haupttiergruppen gefunden– Fische, Krebstiere und Kopffüßer –, sie lagen noch deutlich unter den Werten von 2011, d.h. 9 Monate nach der Katastrophe. Auch in den nächsten Jahren kam es zu keiner Besserung, faktisch blieben die Zahlen blieben bis 2023 hartnäckig niedrig. Die Anzahl Fische verzeichnete den größten Rückgang und sank im Vergleich zu 2011 um 64 %. Da es keine Werte von vor der Katastrophe gibt, können die Rückgänge sogar noch größer gewesen sein.
In diesem Kontext: Durch die Erderwärmung wird die Arktis besser wirtschaftlich nutzbar. Die neue Arktisstrategie der EU sieht deshalb für die Jahre nach 2027 vor, die Schiffspassagen besser zu nutzen und militärisch zu schützen, Kabel durch die Arktis zu legen, nach Grönland, später auch nach Kanada und Japan, Eisbrecher zu bauen. Es geht um Handelswege, um Rohstoffe, um militärische Präsenz. Und es geht für die EU auch um die Menschen vor Ort: Die Arktis gehöre "den Menschen dort, deshalb stehen sie auch im Mittelpunkt" des europäischen Ansatzes. Sie wurden angehört, aber ob die dort lebenden Menschen mit den Beschlüssen der EU einverstanden sind und ob sie überhaupt um sie gebeten haben, darüber wird nicht berichtet.
Geschrieben von Helmuth
Quelle: Tracey T. Sutton et al. Immense but not immutable: A sudden and sustained decline in deep-pelagic life in a large oceanic ecosystem. PNAS, 123 (43) e2616554123, https://doi.org/10.1073/pnas.2616554123