Dr. Birgit Mahnkopf referiert zu Elmar Altvaters Buch „Das Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen“
am 15.02.26, 11.00 Uhr, Donnerschweerstr. 55
In diesem vor 20 Jahren erschienen Buch hat Elmar Altvater eine auch heute noch wichtige ökologisch-ökonomische Kritik des unbedingt auf Wachstum fixierten „fossilen Kapitalismus“ vorgelegt. Darin thematisiert er auch die bereits damals absehbare Transformation „geo-ökonomischer Globalisierung“ in einen neuen „geo-politischen Imperialismus“, dessen wichtigste Antriebskraft Ressourcenkonflikte und -kriege um endliche fossile Energieträger und um strategische Rohstoffe sind.
Aus heutiger Sicht erweist sich jedoch seine Annahme als unzutreffend, dass der Ausbau erneuerbarer Energie mit einem Schrumpfen des fossilen Energiesystems einhergehen und eine den Kapitalismus verändernde Machtteilung erzwingen würde.
Denn der fossile Kapitalismus wird durch einen forcierten Zubau von Technologien zur Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Technologien, exemplarisch zu studieren im „Elektro-Staat“ China, lediglich ergänzt und gestützt.
Anders als dies Elmar Altvater vor 20 Jahren noch erwarten durfte, gehen Veränderungen in der Energieversorgung des modernen Industriekapitalismus auch nicht mit weniger Ressourcenverbrauch, fortschreitender Regionalisierung und Dezentralisierung der Energieversorgung und v.a. nicht mit einer Verbreitung gelebter „Projekte einer solidarischen Ökonomie“ einher. Heute wird Energie aus erneuerbaren Quellen in wachsendem Umfang eher dafür verwandt, die Entwicklung und den Einsatz von digitalen „dual use“-Technologien voranzutreiben.
Als Hintergrundsinformation verweist Birgit Mahnkopf auf diesen Artikel von ihr
Birgit Mahnkopf ist Professorin (i.R.) für Europäische Gesellschaftspolitik an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von attac Deutschland, im Kuratorium des Instituts Solidarische Moderne und im Beirat der Open-Access-Zeitschrift Momentum Quarterly.
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