Linkes Forum Oldenburg
Variations in EU - D-UR
Programm für das zweite Halbjahr 2011
08.10.2011 (Samstag) Gemeinsamer Common Workshop
30.10.2011 Vortrag „Wie faul sind die Griechen?“ (Stefan Kaufmann, Berlin)
13.11.2011 Paul Krugman: Die neue Weltwirtschaftskrise (Buchvorstellung durch Carles)
27.11.2011 Alex Demirovic: Freiheit, Gleichheit, Solidarität (Textvorstellung durch Ulrich)
11.12.2011 Hans-Jürgen Bieling: Vom Krisenmanagement zur neuen Konsolidierungsagenda der EU (Textvorstellung durch Susanne)
20.12.2011 Tzvetan Todorov: Die Angst vor den Barbaren (Buchvorstellung durch Gerhard)
abweichender Termin und Ort! Dienstag, 20.30 Uhr, Sub-Club, Alhambra, Hermannstr.
15.01.2012 Vortrag „Politiken und Konjunkturen des Strafens“ (Helge Peters, Oldenburg)
Wenn nicht anders beschrieben, jeweils um 11.00 Uhr in den Räumen der ALSO, Donnerschweer Str. 55
Wie faul sind die Griechen?
Mit: Stephan Kaufmann, Journalist
in den Räumen der ALSO, Donnerschweer Straße 55
Sonntag, den 30.10. 11 Uhr
Stephan Kaufmann hat sich schon länger mit der Krise in Griechenland befasst und kann aufgrund seiner letzten Reise über die aktuellen Entwicklungen berichten.
Die Finanzkrise hat zu einem extremen Anstieg der Staatsverschuldungen geführt und die Ungleichheit in der ökonomischen Entwicklung forciert. Während Länder wie China und Deutschland hohe Wachstumsraten erzielen, zeigen andere Länder negatives Wachstum. Welche Bevölkerung den Großteil der Krise wird zahlen müssen, ist aktuell heftig umstritten. Auf die Dauer führt eine solche Konstellation aber zu erheblichen Spannungen in der Binnenökonomie des Euroraums. Schon jetzt wird die deutsche Bevölkerung nationalistisch umgarnt, indem suggeriert wird, dass man verhindern müsse, dass deutscher Fleiß für südeuropäische Faulheit zahlen müsse, während gleichzeitig der griechischen Bevölkerung die Rechnung für die Finanzkrise präsentiert wird. Über die wirklichen ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen in Griechenland berichtet Stephan Kaufmann mit Ausblick auf die aktuellen dortigen Streiks und auf die möglichen Konsequenzen, wenn die Sparauflagen durch EU und IWF misslingen.
Die Finanzkrise von 2008 hat zu einem extremen Anstieg der Staatsverschuldungen geführt und die Ungleichheit der ökonomischen Entwicklung forciert. Während Länder wie China, Indien, Brasilien, Deutschland, die Niederlande und Österreich im letzten Jahr hohe Wachstumsraten erzielen konnten, zeigten andere Länder kein oder negatives Wirtschaftswachstum. Welche Bevölkerung den Großteil der Krise zahlen wird muss, ist aktuell heftig umstritten. China war es mit seiner Niedrigwährungspolitik gegenüber dem Dollar möglich, die hohen Exportquoten aufrechtzuerhalten, dasselbe gilt für Deutschland, die Niederlande und Österreich, die von den Krisen der Staatsfinanzen in Griechenland, Irland, Portugal und Spanien profitierten, da diese für einen niedrigen Eurokurs sorgte und somit bei gegebener Exportorientierung ein kostenloses Konjunkturprogramm darstellt. Auf die Dauer führt eine solche Konstellation aber zu erhebliche Spannungen für die Binnenökonomie des Euroraums führen – mit ungewissem politischem und sozialem Ausgang. Schon jetzt wird die deutsche Bevölkerung nationalistisch umgarnt, indem suggeriert wird, dass deutscher Fleiß für südeuropäische Faulheit zahlen solle, während nicht nur von der griechischen Bevölkerung die Rechnung für die Finanzkrise präsentiert wird. Das linke Forum will dieses politisch herbeigeführte Dur im deutschen Verhältnis zu Europa durch eine Reihe von Veranstaltungen analysieren, die sich sowohl um die Stereotypen in der politischen Darstellung, um die Gründe für die ökonomische Krise und um die Rolle der Staatsverschuldung drehen.

Sonntag, 13.02.2011 um 11.00 Uhr
in den Räumen der ALSO, Donnerschweer Str. 55
Buchbesprechung:
Gleichheit ist Glück
Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind
von Richard Wilkinson und Kate Pickett
Vorgestellt von Helge Peters
„Ungleichheit, so wollen uns Wirtschaftsexperten einreden, sei eine gute Sache: Sie fördere den Wettbewerb und animiere den Einzelnen zu mehr Leistung.
Die weniger Betuchten versuchten so zu werden wie die Begüterten, und die Tüchtigen geben den Takt vor. In einer freien Wirtschaft entfalteten sich durch diesen Wettbewerb die produktivsten Kräfte. Und wo die Wirtschaft boome, gehe es allen gut.
Ist das wirklich so?
Die britischen Epidemiologen Kate Pickett und Richard Wilkinson haben in jahrzehntelanger Arbeit Daten zum Zustand entwickelter Gesellschaften gesammelt und ausgewertet.
Die Erkenntnis der beiden Autoren: Lebenserwartung, Gesundheit, Bildungschancen und Kriminalität stehen im eindeutigen Zusammenhang mit der sozialen Ungleichheit einer Gesellschaft“ – so ein Auszug aus einem das Buch „Gleichheit ist Glück“ ankündigenden Text („Merkblatt“ 2001).
Soziale Ungleichheit schafft danach einen Großteil der sozialen Probleme, die uns bedrängen. Je größer die sozialen Unterschiede, desto häufiger und intensiver sind diese Probleme.
Linkes Forum Oldenburg:
Green New Deal – ein Weg aus der Krise?
Mit Alexis Passadakis (Attac Koordinierungskreis)
30.01.2011 11.00 Uhr
in den Räumen der ALSO, Donnerschweer Str. 55
Angesichts der Gleichzeitigkeit von wirtschaftlicher und ökologischer Krise gewinnen Reformansätze mit dem Anspruch, beide Krisen integriert zu beantworten, zunehmende Beachtung. Am deutlichsten kommt dies in der Forderung nach einem New Green Deal zum Ausdruck, wie ihn nicht nur die Partei DIE GRÜNEN, sondern auch UN-Institutionen, NGOs und eine zunehmende Zahl von Ökonomen und Umweltforschern propagieren. Die Kernidee besteht darin, einen staatlich gestützten Innovations- und Investitionsschub bei grünen Technologien zu erreichen. Das dadurch induzierte wirtschaftliche Wachstum sei gleichzeitig ökologischer Fortschritt, da mit den neuen Technologien weniger Umwelt verbraucht und geschädigt werde.
Die damit erhoffte Auflösung des Konflikts zwischen Wachstum und Umwelt wird allerdings von einer Reihe von AutorInnen in Frage gestellt. Auch Green Investment erfordere Überschussproduktion, da Renditen erzielt werden müssen bzw. Zinsen an Kreditgeber fällig werden: “Ohne Wachstum ist dies ausgeschlossen und daher bleibt der grüne Kapitalismus, wie der schwarze fossile Kapitalismus auch, auf Wachstum angewiesen“, so Elmar Altvater. Ähnlich argumentieren Müller/Passadakis in ihren „20 Thesen gegen den grünen Kapitalismus“: Jede marktgetriebene Wirtschaftsordnung bringe einen „Kollisionskurs mit der Biosphäre“. Sie setzen dagegen auf die alleinige Lösungskompetenz von sozialen Bewegungen: „Tatsächliche Lösungen für die Klimakrise werden nicht von Regierungen oder Konzernen entwickelt werden. Sie können nur von unten kommen, von weltweit vernetzten sozialen Bewegungen für Klimagerechtigkeit“.

Aktuelle politische Musik
am Beispiel von Tut das Not, Keny Arkana und
Manu Chao
Ergänzt und kommentiert von
Prof. em. Wolfgang Stroh (Uni Oldenburg, Musikwissenschaften)
Freitag, 18.06.2010, 20.00 Uhr
Räume der ALSO, Donnerschweer Str. 55
Außerhalb des Programms des Mainstream Radios und der bekannten Musik TV
Sender gibt es nach wie vor Musikgruppen, die sich auf politische
Bewegungen beziehen, diese in ihren Texten reflektieren und als
kultureller Ausdruck auf sie zurückwirken. Das Spektrum dieser Musik ist
im Ausdruck ebenso breit wie die globalisierungskritische Bewegung
selbst.
Vorgestellt werden sollen drei Beispiele: Tut das Not, eine
deutsche Rockgruppe, die ihre Wurzeln im Punk hat, Keny Arkana, eine
französische Sängerin aus Marseille, die mit ihrer Musik den Widerstand
der Jugend in den Bandelieus repräsentiert, und Manu Chao, der zwar in
Frankreich geboren wurde, in seiner musikalischen Entwicklung aber den
politischen Widerstand in Südamerika reflektiert. Ergänzt werden diese
drei Gruppen durch drei kurze weitere Beispiele: eines von Oriental
HipHop (Thema deutschtürkische Mädchen), eines aus China und eines aus
der Asylantenbetreuungstätigkeit von IBIS in Oldenburg.
Neben der Kurzvorstellung der Musiker(gruppen) wird Wolfgang Stroh
einige klassische Probleme von politischer Musik und deren
wissenschaftlicher Bewertung skizzieren und dann die heutigen neuen
Rahmenbedingungen und musikalischen Mittel darstellen. Zudem wird er vor
diesem Hintergrund eine Analyse der drei vorgestellten Gruppen und der
weiteren Hörbeispiele vornehmen.
Das Mitbringen von Getränken und anderen kulinarischen Gaumenfreuden ist
ausdrücklich erwünscht!
Linkes Forum
Oldenburg
Veranstaltung:
Politische Interventionsstrategien für ein besseres Klima und Klimagerechtigkeit
In seiner aktuellen Reihe „ Struggles in post-processing“ wird das „Linke Forum Oldenburg“ verschiedene Ansätze und Konzepte für ein Eingreifen in die aktuelle Klimapolitik vorstellen und diskutieren.
Dr. Niko Paech (CvO Uni Oldenburg) wir in einem Vortrag seine Vision einer Postwachstumsökonomie vorstellen, die sich mit De-Globalisierung und einem partiellen Ausstieg aus der global arbeitsteiligen Industriegesellschaft besch äftigt. Dem Rückbau des arbeitsteiligen und geldbasierten Industriemodells und dem Handeln des Einzelnen kommt in diesen Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu. In einem zweitem Referat stellt Dr. Ingo Harms (Oldenburger ENERGIERAT) seine Vorstellungen und Erfahrungen über die Aktivitäten des Oldenburger Energierates und den regionalen Widerstandskonzepten verschiedener Bürgerinitiativen vor.
Dr. Ulrich Schachtschneider vom Linken Forum wird in einem Kurzreferat noch einmal Ansätze einer sozial-ökologischen Regulation des Kapitalismus (z.B. Green New Deal) darstellen, die den Focus weniger auf eine Umkehr des Einzelnen sondern mehr auf eine geänderte Rahmensetzung und einen neuen erneuerten staatlich regulierten "Gesellschaftsvertrag" setzt. Helmut Rehbock (Linkes Forum) wird in einem abschließenden Statement die Frage stellen, ob dieser Wandel überhaupt möglich ist, solange die Gesellschaft sich nicht grundsätzlich vom kapitalistischen Wirtschaftsmodell verabschiedet.
Inwieweit sich diese Strategien ergänzen können oder aber wirkungslos und vielleicht sogar kontraproduktiv sind, werden die zentralen Fragen der Diskussion darstellen.
Am So. 30.05.2010, 11.00 Uhr,
in dem Räumen der ALSO, Donnerschweer Str. 55

„Der Staat der bürgerlichen Gesellschaft: Zum Staatsverständnis von Karl Marx“
am 17.01.2010, 11 Uhr ALSO, Donnerschweer Str. 55
In seiner aktuellen Reihe stellt das Linke Forum das Buch vor. Herausgeber dieses Sammelbands aus dem Jahr 2008 sind Joachim Hirsch, John Kannankulam und Jens Wissel. Sie sind auch Verfasser des darin enthaltenen Beitrags über „Die Staatstheorie des ‚westlichen Marxismus'. Gramsci, Althusser, Poulantzas und die sogenannte Staatsableitung“.
Vom Linken Forum wird Helmut Rehbock die Ausführungen über Gramsci und Poulantzas zusammenfassend darstellen, ergänzt durch Original-Zitate dieser Theoretiker. Vorweg wird er einen anderen Aufsatz vorstellen von Thomas Gehrig: „Staat statt Revolution. Zum Staatsverständnis in der marxistischen Sozialdemokratie.“ Gehrig verfolgt den Wandel in der Staatsauffassung von Marx und Engels über Bernstein und Kautsky um 1900 bis zu Lenin und Rosa Luxemburg. Daraus folgt die Notwendigkeit, die Marxsche Staatsauffassung von ihren Entstellungen durch sozialdemokratische und kommunistische Parteien zu befreien und unter den Verhältnissen des 21. Jahrhunderts weiter zu entwickeln. Möglicherweise können die Staatstheorien von Gramsci und Poulantzas einen Beitrag dazu leisten.
Gerhard Kraiker ist emeritierter Professor für Gesellschafts- und Staatstheorie an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Er wird u.a.über die Bedeutung der verschiedenen Staatsauffassungen für die aktuelle linke Politik reden.

So., 14.06.09
11.00
in den Räumen der ALSO Donnerschweer Str 55
Reihe: "Punishing The Poor"
"Massenhafte Erfolge von Hartz IV EmpfaengerInnen vor den Sozialgerichten: Intakter Rechtsstaat oder willkommene Stolpersteine bei der Perfektionierung der Hartz-IV Gesetze?"
So., 17.05.09
11.00
in den Räumen der ALSO Donnerschweer Str 55
Reihe: "Punishing The Poor"
Prof. Dr. Holger Ziegler (Bielefeld:)
Sanfte Kontrolle? Neue Kontrollrationalitäten in der sozialen Arbeit?
Soziale Arbeit bedeutet seit jeher die Gleichzeitigkeit eines sozialstaatlich-fürsorglichen Umgangs mit den Betroffenen und einer gezielten Kontrolle abweichenden, womöglich kriminellen Verhaltens. Der strafende Umgang wurde in der Sozialarbeit insofern immer durch eine wohlfahrtstaatliche Orientierung ergänzt. In der neueren Diskussion wird behauptet, dass sich in jüngerer Zeit diese Verbindung von Strafe und Wohlfahrt in der Sozialen Arbeit aufgelöst habe. Die wohlfahrtstaatliche Ausrichtung der Sozialarbeit sei verdrängt worden, so dass Bestrafung und individuelle Verantwortlichkeitszuschreibung das Feld dominieren. In dem Vortrag soll untersucht werden, ob die gegenwärtig zweifelfrei noch vorhandenen sozialarbeiterischen Interventionen das Fortbestehen einer wohlfahrtstaatlichen Orientierung beweisen. Dabei wird zu beweisen versucht, dass ein großer Teil dieser wohlfahrtsstaatlich wirkenden Interventionen nur einen solchen Anschein erwecken. In Wirklichkeit tragen sie post-sozialstaatliche Züge und sind somit mehr oder weniger reine, wenn auch sanftere Mechanismen der Kontrolle kriminellen Verhaltens. Das bedeutete dann aber auch, dass sich die frühere Gleichzeitigkeit von Strafe und Kontrolle auf der einen Seite und wohlfahrtstaatlichem Umgang auf der anderen Seite aufgelöst hat, und Sozialarbeit damit ihr Janusgesicht verloren ha
