Aktuelle politische Musik
am Beispiel von Tut das Not, Keny Arkana und
Manu Chao
Ergänzt und kommentiert von
Prof. em. Wolfgang Stroh (Uni Oldenburg, Musikwissenschaften)
Freitag, 18.06.2010, 20.00 Uhr
Räume der ALSO, Donnerschweer Str. 55
Außerhalb des Programms des Mainstream Radios und der bekannten Musik TV
Sender gibt es nach wie vor Musikgruppen, die sich auf politische
Bewegungen beziehen, diese in ihren Texten reflektieren und als
kultureller Ausdruck auf sie zurückwirken. Das Spektrum dieser Musik ist
im Ausdruck ebenso breit wie die globalisierungskritische Bewegung
selbst.
Vorgestellt werden sollen drei Beispiele: Tut das Not, eine
deutsche Rockgruppe, die ihre Wurzeln im Punk hat, Keny Arkana, eine
französische Sängerin aus Marseille, die mit ihrer Musik den Widerstand
der Jugend in den Bandelieus repräsentiert, und Manu Chao, der zwar in
Frankreich geboren wurde, in seiner musikalischen Entwicklung aber den
politischen Widerstand in Südamerika reflektiert. Ergänzt werden diese
drei Gruppen durch drei kurze weitere Beispiele: eines von Oriental
HipHop (Thema deutschtürkische Mädchen), eines aus China und eines aus
der Asylantenbetreuungstätigkeit von IBIS in Oldenburg.
Neben der Kurzvorstellung der Musiker(gruppen) wird Wolfgang Stroh
einige klassische Probleme von politischer Musik und deren
wissenschaftlicher Bewertung skizzieren und dann die heutigen neuen
Rahmenbedingungen und musikalischen Mittel darstellen. Zudem wird er vor
diesem Hintergrund eine Analyse der drei vorgestellten Gruppen und der
weiteren Hörbeispiele vornehmen.
Das Mitbringen von Getränken und anderen kulinarischen Gaumenfreuden ist
ausdrücklich erwünscht!
Linkes Forum
Oldenburg
Veranstaltung:
Politische Interventionsstrategien für ein besseres Klima und Klimagerechtigkeit
In seiner aktuellen Reihe „ Struggles in post-processing“ wird das „Linke Forum Oldenburg“ verschiedene Ansätze und Konzepte für ein Eingreifen in die aktuelle Klimapolitik vorstellen und diskutieren.
Dr. Niko Paech (CvO Uni Oldenburg) wir in einem Vortrag seine Vision einer Postwachstumsökonomie vorstellen, die sich mit De-Globalisierung und einem partiellen Ausstieg aus der global arbeitsteiligen Industriegesellschaft besch äftigt. Dem Rückbau des arbeitsteiligen und geldbasierten Industriemodells und dem Handeln des Einzelnen kommt in diesen Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu. In einem zweitem Referat stellt Dr. Ingo Harms (Oldenburger ENERGIERAT) seine Vorstellungen und Erfahrungen über die Aktivitäten des Oldenburger Energierates und den regionalen Widerstandskonzepten verschiedener Bürgerinitiativen vor.
Dr. Ulrich Schachtschneider vom Linken Forum wird in einem Kurzreferat noch einmal Ansätze einer sozial-ökologischen Regulation des Kapitalismus (z.B. Green New Deal) darstellen, die den Focus weniger auf eine Umkehr des Einzelnen sondern mehr auf eine geänderte Rahmensetzung und einen neuen erneuerten staatlich regulierten "Gesellschaftsvertrag" setzt. Helmut Rehbock (Linkes Forum) wird in einem abschließenden Statement die Frage stellen, ob dieser Wandel überhaupt möglich ist, solange die Gesellschaft sich nicht grundsätzlich vom kapitalistischen Wirtschaftsmodell verabschiedet.
Inwieweit sich diese Strategien ergänzen können oder aber wirkungslos und vielleicht sogar kontraproduktiv sind, werden die zentralen Fragen der Diskussion darstellen.
Am So. 30.05.2010, 11.00 Uhr,
in dem Räumen der ALSO, Donnerschweer Str. 55

„Der Staat der bürgerlichen Gesellschaft: Zum Staatsverständnis von Karl Marx“
am 17.01.2010, 11 Uhr ALSO, Donnerschweer Str. 55
In seiner aktuellen Reihe stellt das Linke Forum das Buch vor. Herausgeber dieses Sammelbands aus dem Jahr 2008 sind Joachim Hirsch, John Kannankulam und Jens Wissel. Sie sind auch Verfasser des darin enthaltenen Beitrags über „Die Staatstheorie des ‚westlichen Marxismus'. Gramsci, Althusser, Poulantzas und die sogenannte Staatsableitung“.
Vom Linken Forum wird Helmut Rehbock die Ausführungen über Gramsci und Poulantzas zusammenfassend darstellen, ergänzt durch Original-Zitate dieser Theoretiker. Vorweg wird er einen anderen Aufsatz vorstellen von Thomas Gehrig: „Staat statt Revolution. Zum Staatsverständnis in der marxistischen Sozialdemokratie.“ Gehrig verfolgt den Wandel in der Staatsauffassung von Marx und Engels über Bernstein und Kautsky um 1900 bis zu Lenin und Rosa Luxemburg. Daraus folgt die Notwendigkeit, die Marxsche Staatsauffassung von ihren Entstellungen durch sozialdemokratische und kommunistische Parteien zu befreien und unter den Verhältnissen des 21. Jahrhunderts weiter zu entwickeln. Möglicherweise können die Staatstheorien von Gramsci und Poulantzas einen Beitrag dazu leisten.
Gerhard Kraiker ist emeritierter Professor für Gesellschafts- und Staatstheorie an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Er wird u.a.über die Bedeutung der verschiedenen Staatsauffassungen für die aktuelle linke Politik reden.

So., 14.06.09
11.00
in den Räumen der ALSO Donnerschweer Str 55
Reihe: "Punishing The Poor"
"Massenhafte Erfolge von Hartz IV EmpfaengerInnen vor den Sozialgerichten: Intakter Rechtsstaat oder willkommene Stolpersteine bei der Perfektionierung der Hartz-IV Gesetze?"
So., 17.05.09
11.00
in den Räumen der ALSO Donnerschweer Str 55
Reihe: "Punishing The Poor"
Prof. Dr. Holger Ziegler (Bielefeld:)
Sanfte Kontrolle? Neue Kontrollrationalitäten in der sozialen Arbeit?
Soziale Arbeit bedeutet seit jeher die Gleichzeitigkeit eines sozialstaatlich-fürsorglichen Umgangs mit den Betroffenen und einer gezielten Kontrolle abweichenden, womöglich kriminellen Verhaltens. Der strafende Umgang wurde in der Sozialarbeit insofern immer durch eine wohlfahrtstaatliche Orientierung ergänzt. In der neueren Diskussion wird behauptet, dass sich in jüngerer Zeit diese Verbindung von Strafe und Wohlfahrt in der Sozialen Arbeit aufgelöst habe. Die wohlfahrtstaatliche Ausrichtung der Sozialarbeit sei verdrängt worden, so dass Bestrafung und individuelle Verantwortlichkeitszuschreibung das Feld dominieren. In dem Vortrag soll untersucht werden, ob die gegenwärtig zweifelfrei noch vorhandenen sozialarbeiterischen Interventionen das Fortbestehen einer wohlfahrtstaatlichen Orientierung beweisen. Dabei wird zu beweisen versucht, dass ein großer Teil dieser wohlfahrtsstaatlich wirkenden Interventionen nur einen solchen Anschein erwecken. In Wirklichkeit tragen sie post-sozialstaatliche Züge und sind somit mehr oder weniger reine, wenn auch sanftere Mechanismen der Kontrolle kriminellen Verhaltens. Das bedeutete dann aber auch, dass sich die frühere Gleichzeitigkeit von Strafe und Kontrolle auf der einen Seite und wohlfahrtstaatlichem Umgang auf der anderen Seite aufgelöst hat, und Sozialarbeit damit ihr Janusgesicht verloren ha
